„Über
den Körper die Seele heilen“
ist das Ziel dieser Psychotherapieform, die von der Norwegerin Gerda Boyesen entwickelt wurde. Hier wird versucht, körperliche und seelische Blockaden, die sich in Form von Ängsten und Depressionen, sowie in Verspannungen und Schmerzen zeigen, über den Körper zu lösen.
Sodass
die Lebensenergie wieder frei fließen kann und ein „Sich-Wohlfühlen“ in
seiner Haut und mehr Lust und Lebensfreude die Folge sind.
Unterdrückte
Gefühle hinterlassen im Körper ihre Spuren und es kommt zu chronischen
Haltungsveränderungen, Muskel- und Gewebeverhärtungen, dem sogenannten „Körperpanzer“.
Durch
das Arbeiten mit und am Körper,
durch biodynamische Massagen, Atemarbeit,
und das konkrete Ausdrücken der wahrgenommenen Gefühle (z.B. durch
Treten, Schlagen, Schreien, Weinen) werden
seelische Prozesse ausgelöst. Verdrängte Gefühle
und alte Erinnerungen treten wieder ins Bewusstsein und können vom Körper
„verdaut“ und anschließend aufgearbeitet werden.
Oft
handelt es sich um einen tiefen Konflikt,
der bisher nicht bewusst ist und der über Reden allein, nicht gelöst werden
kann.
Die Körper-Psychotherapie ist daher eine sehr wirksame Therapieform, die auch unterbewusste Schichten erreicht.
Wir lernen hier wieder der Weisheit unseres Körpers zu vertrauen und geben unseren
Impulsen
und Gefühlen wieder Gelegenheit sich zu zeigen und auszudrücken.
Dadurch werden wir wieder fähig unsere Wahrheit zu leben und unseren ureigenen Weg zu finden.
ist die Entdeckerin der „Psychoperistaltik“, d.h. sie hat erkannt, dass unser Darm nicht nur
Nahrung,
sondern auch Stress verdaut.
Mit
einem verstärkten Stetoskop können die unterschiedlichen Darmgeräusche abgehört werden
und exakte Aussagen über die
Wirkung der Therapie gemacht werden.
Gerda
Boyesen entwickelte die „Biodynamische“
Psychotherapie, durch das Arbeiten mit dem Körper wird ein dynamischer Prozess
in Gang gesetzt, der die Psyche nachhaltig verändert.
Es
handelt sich hier um eine ganzheitliche
Psychotherapieform, die keine Trennung zwischen Körper und Seele
macht und die Wechselwirkungen zwischen beiden klar erkennt.
Jeder unverarbeitete und unterdrückte Konflikt schlägt sich in unserem Körper in Form von Verspannungen und Haltungsverformungen nieder.
Wie sieht die Therapie konkret aus ?
Es muss nochmal hervorgehoben werden, dass es sich bei dieser Psychotherapieform um eine ganzheitliche Therapie handelt, d.h. Körper und Psyche werden nicht mehr als etwas Getrenntes angesehen, sondern als Einheit, und es wird mit Körper und Geist gleichzeitig gearbeitet.
So können hier gezielt über den Körper tiefe psychische Prozesse ausgelöst werden.
In dieser Psychotherapieform wird nicht nur über die Gefühle geredet, wie in den herkömmlichen Psychotherapien, sondern die Gefühle werden ganz konkret ausgedrückt :
z. B. bei Traurigkeit - geweint, bei Wut - wird getreten, geschlagen, geschrieen. Dabei löst das Hineingehen und Ausdrücken der oft jahrelang unterdrückten Impulse und Gefühle einen tiefen und befreienden Prozess aus.
Wie bereits erwähnt, hinterlassen unterdrückte Gefühle im Körper ihre Spuren und es entsteht der sogenannte "Körperpanzer". Dazu ein Beispiel: ein Kind weint, weil es sich erschreckt und Angst hat, nun ermahnen es die Eltern und schimpfen, es solle gefälligst sofort still sein. Das Kind fühlt sich von den Eltern bedroht, hat Angst und unterdrückt seinen natürlichen Impuls zu Weinen und zu Schreien. Wenn nun die Eltern öfter die natürlichen Impulse und Reaktionen ihrer Kinder unterdrücken, kommt es zu neurotischen Verhaltensveränderungen und entsprechenden chronischen Haltungsveränderungen, sowie zu Muskel- und Gewebeveränderungen.
Solche chronischen Haltungsveränderungen sind z. B.:
- hochgezogene Schultern, diese drücken Angst aus
- ein eingezogener Nacken, ebenso ein Ausdruck von Angst, vor körperlichen oder seelischen Schlägen
- nach vorne gezogene Schultern, bedeuten, dass diese Person ihr Herz schützen muss, d. h. schon als
Kind konnte sie in ihrer Ursprungsfamilie ihre Gefühle nicht zeigen, dies war zu bedrohlich.
- die Falte auf der Stirn zwischen den Augenbrauen, drückt auf Sorgen, Unsicherheit und Überforderung aus.
"mache ich das ... überhaupt richtig" oder " darf ich das ... überhaupt tun" , oft wurde dem Kind früher viel
verboten, nie hat es etwas richtig oder gut genug gemacht.
weitere psychosomatische Symptome wie:
- der Druck im Magen oder
- der Kloß im Hals sind ebenfalls Angstsymptome, meist wird zuviel hinunter geschluckt, man traut sich
nicht die wahren Gefühlte zu zeigen und sie auszudrücken;
- ein verspannter, schmerzender Rücken, bedeutet, viel, zuviel wird ausgehalten, schon als Kind musste
zuviel gehalten/ausgehalten werden, dem Kind wurde nicht " der Rücken gestärkt". Oft leiden diese
Menschen unter ständiger innerer Anspannung.
An diesen ganzen Symptomen (und noch an viel mehr) beginnt nun die Arbeit und dabei steht dem Boyesen-Therapeuten ein umfangreiches Handwerkszeug zur Verfügung:
Da wären:
- die Körperwahrnehmungsübungen, mit deren Hilfe die Menschen oft erstmals wieder ihren Körper
wahrnehmen und spüren lernen,
- die biodynamischen Massagen, die mit einem verstärkten Stetoskop durchgeführt werden, um
herauszufinden, wie und wo massiert werden muss, um körperliche und seelische Blockaden zu lösen.
- eine angeleitete und vertiefte Atmung, unsere Atmung ist meist kurz und flach, so werden heftige Gefühle
zurückgehalten, bei einer tieferen Atmung kommen meist sehr schnell die vorher unterdrückten Gefühle
wieder hoch.
- die Vegetotherapie, dabei liegt der Klient in entspanntem Zustand auf einer Matte und Impulse des
Körpers werden vom Therapeuten aufgegriffen und angeregt, diese zu verstärken und zum Ausdruck zu
bringen.
- Körperreisen zu den Körperstellen, die Symptome, d. h. Signale machen, um wieder in Kontakt mit diesen
Stellen zu kommen und um herauszufinden was ihnen fehlt, was ihnen nicht gutgetan hat und was sie
eigentlich brauchen,
- Gespräche zur Verarbeitung und Integration.
Oft läuft in einer Therapiesitzung folgende Reihenfolge ab:
- ein Symptom wird verstärkt wahrgenommen
- dann wird näher in dieses Symptom hineingespürt:
- wie fühlt es sich an?
- wie sieht es aus?
- welche Gefühle, welche Bilder und Erinnerungen kommen?
Es folgt die Aufforderung und die Anleitung des Therapeuten den Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Beim Ausdrücken der Gefühle nun, die oft jahrelang unterdrückt wurden, läuft ein Prozess ab und es treten oft Bilder und Erinnerungen an die ursprünglich auslösende Situation auf.
Gespräche dienen dem Verstehen und der Integration des soeben Erlebten.